Ohrentzündung bei Kindern: Nicht auf die leichte Schulter nehmen

Baierbrunn (ots) -

Wenn das Kind vor Schmerzen bitterlich weint, Fieber hat und schlechter hört, kann eine Mittelohrentzündung dahinterstecken. Selten ist das bei Babys und kleinen Kindern nicht - im Gegenteil: Laut dem Berufsverband der Hals-Nasen-Ohren-Ärzte ( www.hno-aerzte.de) hat hochgerechnet jedes Kind bis zum siebten Lebensjahr mindestens eine Mittelohrentzündung. Dennoch sollten Eltern die Erkrankung nicht auf die leichte Schulter nehmen, schreibt das Apothekenmagazin "Baby und Familie".

Nasentropfen, damit Sekret ablaufen kann

Los geht es oft mit einer Erkältung: Die Erreger gelangen vom Rachen durch die Ohrtrompete in das Mittelohr. Die Schleimhäute schwellen an, Sekret kann nicht mehr abfließen - die Verbindung zum Rachen ist dicht, und auf der anderen Seite verschließt das Trommelfell das Ohr. Erreger können sich sehr schnell vermehren. Bleibt die Ohrtrompete dicht, vermehren sie sich weiter. Die Folge: eine schmerzhafte Mittelohrentzündung.

Meist heilt bei jüngeren Kindern eine Mittelohrentzündung nach zwei, drei Tagen von selbst und ohne Folgen ab. Zäpfchen oder Saft je nach Alter und Dosierungsanleitung können Schmerzen lindern. "Damit das Sekret ablaufen kann, sollten Eltern abschwellende Nasentropfen geben", rät der Düsseldorfer Kinder- und Jugendarzt Dr. Hermann Josef Kahl. Auch Kochsalzlösung kann helfen: Etwa fünf- bis siebenmal täglich als Tropfen angewendet, spült dies die Nase und verflüssigt den Schleim.

Antibiotika - ja oder nein?

Manche Kinder bekommen immer wieder eine Mittelohrentzündung, bei anderen sind gleich beide Ohren betroffen, bei manchen Kindern ist die Mittelohrentzündung eitrig. "Solche Komplikationen sind nicht ganz ungefährlich", warnt Prof. Dr. Hans-J. Welkoborsky, Chefarzt der HNO-Heilkunde am Kinder- und Jugendkrankenhaus Auf der Bult in Hannover, gegenüber "Baby und Familie". Denn wenn kleine Kinder über einen längeren Zeitraum schlechter hören, kann die Sprachentwicklung leiden. Auch Gleichgewichtssinn und Hörvermögen können dauerhaft beeinträchtigt werden.

Damit das nicht passiert, behalten Eltern gemeinsam mit Kinder- oder HNO-Ärztin oder -Arzt die Mittelohrentzündung gut im Blick. Ein großes Thema dabei: Antibiotikum - ja oder nein? Grundsätzlich wirken Antibiotika nur bei bakteriell bedingten Mittelohrentzündungen. Ärztinnen und Ärzte können allerdings nicht allein durch Schauen unterscheiden, ob Viren oder Bakterien die Entzündung auslösen. "Bei eitrigen oder beidseitigen Mittelohrentzündungen sowie bei hohem Fieber werden in der Regel Antibiotika verschrieben", so HNO-Professor Welkoborsky.

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