PM Drohnen gefährden Innere Sicherheit / Studie der Hanns-Seidel-Stiftung veröffentlicht

Drohnen gefährden die Innere Sicherheit

Gemeinsame Studie der Hanns-Seidel-Stiftung und des IISS London veröffentlicht

Vorsitzender Klaus Holetschek: "Es ist alarmierend. Europa ist auf diese Form hybrider Bedrohung bislang nicht ausreichend vorbereitet."

Wir bitten um redaktionelle Beachtung unserer Pressemitteilung:

Drohnen gefährden die Innere Sicherheit

München (9. August 2026). Die CSU-nahe Hanns-Seidel-Stiftung (HSS) arbeitet als Think tank in Sicherheitsfragen auch mit ausländischen Forschungsinstituten zusammen. Mit dem International Institute for Strategic Studies (IISS) in London wurde gerade die Studie "Russlands UAV-Kampagne über Europa" fertiggestellt, welche sich mit Unmanned Aerial Vehicles (UAV) im NATO-Luftraum befasst. Man kommt zur zentralen Bewertung, dass Europas derzeitige Architektur zur Abwehr unbemannter Luftfahrzeuge (Counter-UAV-Architektur) der realen Bedrohungslage noch nicht entspricht, obwohl NATO, EU und nationale Regierungen dem Thema zunehmend Aufmerksamkeit widmen.

Stiftungsvorsitzender Prof. Klaus Holetschek, MdL: "Die Hanns-Seidel-Stiftung hat die Bedrohung durch Drohnen seit Längerem im Blick. Die Studie dokumentiert 144 Vorfälle zwischen August 2024 und Februar 2026 in zwölf NATO-Staaten sowie Irland." Betroffen waren nicht nur zivile Flughäfen, sondern auch militärische Einrichtungen, kritische Infrastruktur und besonders sensible Standorte der nuklearen Abschreckung." Auch wenn eine direkte Attribution schwierig ist, kommt die Studie zu dem Schluss, dass wahrscheinlich Russland hinter einer koordinierten UAV-Kampagne in Europa steht. Es ist alarmierend: Europa ist auf diese Form hybrider Bedrohung bislang nicht ausreichend vorbereitet. Die Erkennung ist uneinheitlich, rechtliche Befugnisse sind fragmentiert, Reaktionsmöglichkeiten häufig ungeeignet und die Attribution dauert zu lange", so Holetschek.

Russland kann dadurch gezielt Schwachstellen testen und unterhalb der Schwelle einer kollektiven Reaktion operieren. Entscheidend ist, einzelne Vorfälle nicht länger isoliert auf nationaler Ebene zu betrachten, sondern die Zusammenhänge über Ländergrenzen hinweg zu erkennen und daraus ein gemeinsames Lagebild zu entwickeln.

Kürzlich kam ein Drohnenfund am Flughafen Leipzig hinzu, zu dem die Bundesanwaltschaft ermittelt. Es handelt sich um einen schwerwiegenden Angriff auf die Transport- und Logistikinfrastruktur in Deutschland. Damit ist die Tat geeignet, die äußere und Innere Sicherheit der Bundesrepublik zu beeinträchtigen, so die Ermittler in ihrer Stellungnahme.

Die IISS-Studie ist im Original unter https://www.iiss.org/research-paper/2026/06/russias-uav-campaign-over-europe/ veröffentlicht.

Die Autoren weisen abschließend noch darauf hin: Selbst eine vollständig einsatzfähige European Drone Defence Initiative (EDDI) kann Drohnen erst bekämpfen, sobald sie in den europäischen Luftraum eingedrungen sind – sie besitzt jedoch kein Mandat gegenüber dem russischen Schiff, von dem aus sie möglicherweise gestartet wurde.

Die deutsche Übersetzung der Studie ist als PDF beigefügt.

Hubertus Klingsbögl
Pressesprecher der Hanns-Seidel-Stiftung
 presse@hss.de

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