PM Preisträger politische Influencer 2026 von der Hanns-Seidel-Stiftung ausgezeichnet

Hanns-Seidel-Stiftung verleiht Influencer-Preis 2026

Mit Sonderpreis „von Prittwitz und Gaffron-Preis“

für außenpolitische Influencer

München (22. Oktober 2026). Drei Preisträger können sich über den Influencer-Preis in den Kategorien Außenpolitik, International Storytelling und Newcomer freuen. Er ist mit insgesamt 6.000 Euro dotiert und wurde zum fünften Mal vergeben. Den Preis 2026 erhielten Katharina Kunert, Andreas Grassl und Marisa Lattemann im Rahmen der Medientage München.

Der Preis wird jährlich von der Hanns-Seidel-Stiftung ausgeschrieben, um „Politische Influencer in den sozialen Medien“ für ihr Engagement auszuzeichnen für informative, sachliche und spannende Beiträge, die politische Themen verständlich, zielgruppengerecht und kreativ aufbereiten und insbesondere junge Menschen über soziale Medien erreichen.

Mit dem Preis möchte die Stiftung einen Impuls für qualitativ hochwertigen politischen Social-Media-Content setzen und politische Bildung im digitalen Raum stärken.

Neu im Jahr 2026 ist die Einführung einer Sonderkategorie, dem „von Prittwitz und Gaffron-Preis für außenpolitische Influencer“. Dieser Sonderpreis wurde initiiert und gestiftet von Christian Schmidt, Bundesminister a. D. und stellvertretender Vorsitzender der Hanns-Seidel-Stiftung.

Dieser Preis erinnert an den Diplomaten Dr. Friedrich von Prittwitz und Gaffron (1884–1955), der bereits 1933 aus Protest gegen das nationalsozialistische Regime von seinem Amt als deutscher Botschafter in den USA zurücktrat. Er steht bis heute für demokratische Haltung, internationale Verständigung und verantwortungsvolle Außenpolitik.

Die Preisverleihung fand im Rahmen der Medientage München am 21. Oktober 2026 im MediaForYou in München statt. Die Auszeichnungen überreichte Christian Schmidt, Bundesminister a. D. und stv. Vorsitzender der Hanns-Seidel-Stiftung. Ausgewählt hat die Preisträger eine Jury unter Vorsitz von Prof. Dr. Jonas Schützeneder, Universität der Bundeswehr, Neubiberg.

Begründungen der Jury

"von Prittwitz und Gaffron Preis für außenpolitische Influencer":

Katharina Kunert

Diese neu geschaffene Kategorie würdigt journalistische Arbeit im Kontext von Außenpolitik, internationalen Beziehungen und geopolitischen Entwicklungen. Die journalistische Tätigkeit von Katharina Kunert deckt all diese Bereiche seit längerer Zeit ab.

Die Journalistin berichtet aus dem Iran – begleitet und bisweilen bedrängt von einem Aufpasser des Regimes. Das ist mutig, das ist riskant und das ist überaus wichtig: Die Accounts von Katharina Kunert liefern Hintergründe aus Regionen, die für die meisten Menschen aus guten Gründen kaum zugänglich sind. Sie bietet authentischen und fundiert recherchierten Content, spricht eine junge Zielgruppe an und stellt immer wieder wichtige Querverbindungen her. Sie gibt ungeschönte Einblicke in das Leben von Frauen unter politischem Druck und thematisiert kritisch die Bildungs- und Gesundheitslage vor Ort.

Ihr Angebot rüttelt auf, informiert und fordert zum Handeln auf. Damit leistet sie nicht nur einen wichtigen Beitrag zu unserer Demokratie – sie gibt insbesondere denjenigen eine Stimme und Raum, die in anderen Staatsformen wortwörtlich um ihr Überleben kämpfen. Das verdient großen Respekt und Dank – und ist hoffentlich zugleich ein Mutmacher für ihre weitere Arbeit als Journalistin und außenpolitische Influencerin.

International Storytelling:

Andreas Grassl

Für diesen Sonderpreis hat Andreas Grassl eine weitere Reise auf sich genommen. Die Grenzregion zwischen Iran, Armenien und Aserbaidschan ist ein greifbares und zugleich wenig präsentes Beispiel für die Bedeutung von Raum, Macht und Menschen. Der Politikexperte nimmt uns hier und in anderen Formaten regelmäßig mit in die weite Welt – politisch wohlgemerkt, nicht touristisch.

Grassl zeigt seinem Publikum multimedial die Konfliktlinien der Welt – im wahrsten Sinne des Wortes. Er recherchiert vor Ort, zeigt Probleme und Hintergründe auf und wird so zu einem modernen Vermittler internationaler Zusammenhänge.

Hinzu kommt eine hervorragende technische und dramaturgische Umsetzung: Andreas Grassl überzeugt mit Bildsprache und Schnitt, setzt multimediale Effekte gezielt ein und verbindet sie mit tiefgründiger Recherche. Sein Storytelling aus internationalen Krisen- und Konfliktregionen ist außergewöhnlich und für uns als Jury ein Vorbild – und hoffentlich Inspiration für viele talentierte Nachahmerinnen und Nachahmer.

Newcomer:

Marisa Lattemann

Junge Journalistin „trying to get along with Politik“, so beschreibt Marisa Lattemann selbst ihre aktuelle Position. Das trifft es ziemlich gut. Der Account und seine Macherin sind jung und sprechen genau diese Altersgruppe an.

Aktuelle Einblicke in die Debatten der bundesdeutschen Politik, eigene Positionen und der Aufruf zum Mitmachen und Gestalten: Marisa Lattemann hat einen vielversprechenden Start hingelegt – in eine hoffentlich lange und erfolgreiche Karriere mit politischem Content vor sich. Die Jury betont dabei insbesondere ihren Fokus auf die Perspektive junger Frauen in Politik und Gesellschaft. Hier agiert sie meinungsstark und trotzdem jederzeit umsichtig. Gleichzeitig lässt sie in verschiedenen Community-Formaten auch Widerspruch und Diskussionen zu. Mit Erfolg: Die noch kleine Community wächst schrittweise und bestätigt die wichtige Orientierungsfunktion, die Marisa Lattemann mit ihrem Angebot einnimmt. Sie ist präsent, kombiniert klare Aussagen mit starker Ausstrahlung und ist damit ein Vorbild für junge Menschen, die selbst politischen Content produzieren und sich eine Community aufbauen wollen.

Hubertus Klingsbögl
Pressesprecher der Hanns-Seidel-Stiftung
 presse@hss.de

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